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Biografie - Exklusivabdruck! 

Vita

1910 - 2001

Geb. 9. Juni 1910 in Paris

Kunststudium an den Akademien Colarossi und Skandinave in Paris

erste Ausstellung 1936 in Paris

1936 - 1966 Ausstellungen in Paris, Berlin, Mailand, New York, Turin, Berlin, Frankfurt, Tokyo, Boston, Hamburg, Amsterdam, Brüssel

1967 Illustrationen zu "La femme rompue" von Simone de Beauvoir, Illustrationen zu den Werken von J. P. Sartre.

1936 - 2001: Weltweite Anerkennung der Künstlerin, es entstehen Filme über ihre Arbeit in Frankreich, Amerika, Japan. Ihre Arbeiten werden von Museen in Frankreich, in den USA und in der Schweiz erworben und ausgestellt. 

Nach der Periode eines  spätkubistischen Stils mit sehr ausgewogener und ansprechender Farbharmonie zunehmende Hinwendung zu naturalistischer Darstellung. Herausragend sind ihre leuchtenden Farbsymphonien aus der Zeit zwischen 1950 und 1980. Der größte Teil des an dieser Stelle vorgestellten Werkes stammt aus dieser Zeit. Jean Paul Sartre, für dessen Romane sie Illustrationen fertigte, schrieb 1975 über die Bilder dieser Schaffensperiode: "Das Werk, das Hélène de Beauvoir ausstellt, ist die Frucht einer langen Suche und Entwicklung. Die Malerin hat schon früh erkannt, dass man die Wirklichkeit verfehlt, wenn man Trugbilder herstellt. Gleichwohl liebt sie die Natur viel zu sehr - die Wälder, Gärten, Lagunen, Pflanzen, Tiere, den menschlichen Körper, als dass sie darauf verzichtet, sich von ihnen inspirieren zu lassen. Sie hat ihren Weg gefunden zwischen den vergeblichen Zwängen der Nachahmung und der Dürre der reinen Abstraktion." (J. P. Sartre 1975 anlässlich einer Ausstellung in Brest)

Nach dem Tod Ihrer Schwester Simone entstehen realistische Bilder, die sich mit dem Tod der Schwester sowie mit deren ideologischen Ideen beschäftigen. 

Für ihre Schwester Simone de Beauvoir sowie für den Schriftsteller Jean Paul Sartre entstehen Buchillustrationen sowie Sondereditionen der Werke mit Originalgrafiken der Künstlerin. (w.e)


Saur, Allg. Künsterlexikon: "Hélène de Beauvoir entwickelt aus der farbigen Zersplitterung ihrer Motive eine neue abstrakt dynamische Formensprache, die an den analytisch kubistischen Stil und in der Farbigkeit an Robert Delaunay anschliesst."

 


Helene de Beauvoir

Die Einheit der Schöpfung

Nie stand Helene de Beauvoir im Schatten ihrer zwei Jahre älteren Schwester Simone – und das heißt schon was. Denn diese zog als Lebensgefährtin von J. P. Sartre und engagierte Feministin in den unruhigen 60ern und 70ern des 20. Jahrhunderts natürlich alle Aufmerksamkeit auf sich. Auch Helene setzte sich für die Gleichstellung der Frau ein, aber auf ganz andere Art: Als Schöpferin zarter Ölbilder und Aquarelle, die immer wieder ein Thema aufgriffen: Die Einheit der Schöpfung, das Miteinander von Pflanze, Tier und Mensch, die liebevolle Trautheit paradiesisch anmutender Paare.

Helene

Helene de Beauvoir ist wahrlich keine Unbekannte. 1910 geboren, stellte sie nach Studien an den Pariser Akademien Garnd Chaumiere, Colarossi und Scandinave und der Ecole d`Art et Publicité (für Kupferstich und Radierung) erstmals 1936 in Paris aus. Bei der Vernissage war auch Pablo Picasso anwesend, dem ihre Malerei sehr gefiel. Ihre Bilder stießen danach in vielen Galerien Europas, Mittel- und Nordamerikas sowie in Japan auf Interesse, finden sich in Museen in Paris, Aveiro, Philadelphia und Florenz.

In Ihren Büchern erwähnt Simone de Beauvoir öfters ihre Schwester Poupette. 1967 erschien „La Femme Rompue“ von Simone de Beauvoir mit 16 Kupferstichen ihrer Schwester. In einem Ausstellungskatalog von Bress 1975 findet sich folgender Text von Jean-Paul Sartre über die Malkunst von Helene de Beauvoir: „Das Werk, das Helene de Beauvoir heute ausstellt, ist die Frucht einer langen Suche und Entwicklung. Die Malerin hat schon früh erkannt, dass man die Wirklichkeit verfehlt, wenn man Trugbilder herstellt. Gleichwohl liebt sie die Natur zu sehr – die Wälder, Gärten, Lagunen, Pflanzen, Tiere, den menschlichen Körper – als dass sie darauf verzichtete, sich von ihnen inspirieren zu lassen.

Aus: Neurotransmitter, September 2002


Nachrufe

Wiener Zeitung: 

Die Blicke einer Frau (Auszug)

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Zur Erinnerung an die Malerin Hélène de Beauvoir/ Von Krista Scheuer

Vor kurzem starb in Frankreich die Malerin und Feministin Hélène de Bea300 Jahre Wiener Zeitung!uvoir im Alter von 92 Jahren, 15 Jahre nach ihrer berühmten Schwester Simone.

Durch ihren Beruf und das Künstlermilieu hielt sich Hélène de Beauvoir für die "Deklassierteste" in der Familie, "aber ich war auch die am meisten Revoltierende". Hélène de Beauvoir heiratete Lionel de Roulet und verbrachte mit ihm die Weltkriegsjahre in Portugal. Ihr Mann trat in den diplomatischen Dienst und wurde 1945-'47 als Informationsoffizier, faktisch als französischer Kulturvertreter, nach Wien geschickt.
Unter dem Titel "Wien, Schwarzhandelscity" sind ihre Schilderungen eines hungernden, desorganisierten Nachkriegs-Wien voll Spionen und Spitzeln umso interessanter als sie von einer ungewohnten Warte aus geschrieben sind. Nebenbei erfährt man, dass auch innerhalb der französischen Besatzungskräfte äußerst ausgeprägte Klassenunterschiede mit krassen Differenzen in Versorgung und Behandlung herrschten. Tausenderlei praktische Schwierigkeiten, Schikanen und die Stimmung im zerbombten und besetzten Wien hinderten Hélène de Beauvoir in diesen zwei Jahren an künstlerischer Arbeit.
Nur die damalige französische Bibliothek konnte sie mit vier Fresken schmücken. Befriedigender waren für sie jedenfalls die folgenden Aufenthalte in Belgrad, Paris, Casablanca, Mailand und Straßburg. Hélène de Beauvoir hätte in dieser ganzen Zeit ein mondänes Leben als offizielle "Kulturdame" Frankreichs führen können. Sie floh aber soweit wie möglich vor solchen Verpflichtungen, studierte Land und Leute und skizzierte unablässig in ihren Zeichenblock.
In den fünfziger Jahren hatte sich ihr Stil bereits zum Abstrakten entwickelt. Es entstanden unterschiedlichste Serien: Kristalle, Variationen über Venedig . . . Meist erhielt sie ausgezeichnete Kritiken. Als ihr Mann einen Posten beim Europarat annahm, ließ sich das Paar zuerst in Straßburg und später in einem alten elsässischen Weinhauerhof in Goxwiller nieder.
Hélènes Illustrationen zur Luxusausgabe von Simones Werk "Eine gebrochene Frau" sind eines der wenigen Beispiele direkter Zusammenarbeit der beiden Schwestern.
"Blick einer Frau auf die Welt der Männer": unter diesem Titel gruppierte sie Werke, die Feminismus und Umweltschutzprobleme verwoben. Damit war sie der Zeit voraus. Bezeichnenderweise folgten gemischte Reaktionen, manche empfanden diese "engagierte Malerei" als zu aggressiv, während vorher Landschaftsbilder oder abstrakte Formsuche gelobt worden waren.
Als Hélène de Beauvoir im Pariser Frauenministerium 1986 eine große Exposition gewidmet wurde, war die Schwester, schon von Krankheit gezeichnet, bei der Vernissage an ihrer Seite. Während der folgenden Ausstellung in den USA erhielt Hélène die Nachricht von Simones Tod. "Schriftsteller schlachten das eigene Leben aus und machen daraus Literatur, wir Maler sind da diskreter" meinte Hélène de Beauvoir. Die schreibende Beauvoir widmete dem Tod Sartres und dem Sterben ihrer Mutter Bücher, die malende Beauvoir setzte den Abschied von der Schwester in ein Bild um: "Trennung".

(Auszug, erschienen am: 20.07.2001)

 


Catherine Tasca:

Hommage de Catherine Tasca
Hélène de Beauvoir
mercredi 4 juillet 2001

"Avec la disparition d'Hélène de Beauvoir, nous perdons une artiste de très grand talent dont la vision du monde s'exprimait avec un égal bonheur dans la peinture, le dessin et la gravure sur burin. Son cheminement sur les voies de la création, qui comprend nécessairement une part de recueillement solitaire, ne l'avait pourtant jamais écartée d'une vive préoccupation pour le sort de ses contemporains et l'avenir de notre planète. Son œuvre apparaît comme un témoignage et une forme de lutte contre les oppressions sociales, politiques, mais aussi contre tout ce qui met en danger notre environnement. Elle était, comme sa sœur Simone de Beauvoir, un être épris de liberté qui, très tôt, s'était engagé avec passion dans le combat pour la défense des droits de la femme."

Catherine Tasca

http://www.culture.fr/culture/actualites/communiq/tasca-2001/hdebeauvoir.htm